Die Schweißproben werden normalerweise als MAG-, MMA- oder Laser-Stumpfschweißung durchgeführt. Dabei werden Schweißzusatzstoffe verschiedener Arten und unterschiedlicher Festigkeitsstufen verwendet. Auch das Wärmeangebot beim Schweißen und die Anzahl der Schweißraupen kann variieren. Die Schweißparameter werden sorgfältig notiert und dokumentiert.

Die Schweißversuche werden Sichtprüfungen und zerstörungsfreien Prüfungen unterzogen. Schweißnähte, die die Anforderungen der Norm EN-ISO 25817 Level C nicht erfüllen, werden nicht geprüft.

Mechanische Prüfverfahren
Zur Beurteilung der Schweißbarkeit werden Proben aus Schweißversuchen mechanischen Prüfungen unterzogen. Diese werden weitgehend gemäß EN 288-3 durchgeführt.

Zugfestigkeitsprüfung
Die Zugfestigkeitsprüfung wird quer zur Schweißnaht durchgeführt. Die Prüfung erfolgt sowohl mit als auch ohne Nahtüberhöhung. Für weitere Informationen über Festigkeitsprüfungen klicken Sie bitte hier.

Härteprüfung
Hierbei handelt es sich um die Härteprüfung nach Vickers. Zur Bestimmung der Härte der Schweißverbindung werden im Schweißgut, in der WEZ und im Grundmetal Härteeindrücke positioniert und die daran gemessenen Werte aufgezeichnet. Diese Härteeindrücke werden in der Regel in Abständen von 0,3 bis 0,5 mm platziert. Der in der WEZ und im Schweißgut gemessene Höchstwert wird dokumentiert.

Stahlbeschreibung Schmelzschweißen

A Grundmetall
B Härteeindrücke
C WEZ


Abb. 1: Typisches Beispiel eines Härtetests 

Schlagzähigkeitsprüfung
Die Schlagzähigkeit der Schweißverbindung wird mittels Charpy-V-Test geprüft. Die Probe wird quer zur Schweißnaht bearbeitet und die Spitzkerbe wird senkrecht zur Oberfläche der Schweißverbindung angebracht. Die Schweißverbindung wird an fünf Stellen (A-D) geprüft (s. Abb. 2). Die verschiedenen Prüftemperaturen liegen im Bereich 0 ºC bis - 60 ºC. Bei SSAB Tunnplåt wird die Schlagzähigkeit in der Regel bei einer Materialdicke von 6 mm getestet. Bei Stahldicken von 6 - 10 mm werden kleinere Proben verwendet. Die in der Prüfung angewandte Kerbschlagarbeit wird aufgrund dieser reduzierten Probe auf J/cm2 neu berechnet (s. Beispiel in Abb. 3).

Stahlbeschreibung Schmelzschweißen

a - Schweißgut Mitte
b - Schmelzlinie
c - Schmelzlinie + 1 mm
d - Schmelzlinie + 3 mm
e - Schmelzlinie + 5 mm
1 Grundmetall
2 Schweißverbindung
3 WEZ

Abb. 2: Spitzkerbpositionen in der Schweißverbindung

Beispiel

Stahlbeschreibung Schmelzschweißen

A Reduzierte Probengröße

Wird auf dem Kerbschlagzähigkeitsprüfgerät ein Wert von 80 J abgelesen, wird die Kerbschlagarbeit für die reduzierte Probe in J/cm2 wie folgt berechnet:

   (100/(5 x 8)) * 80 = 200

Antwort: 200 J/cm2

Abb. 3: Neuberechnung der Kerbschlagarbeit (J) in J/cm2